Praxiswissen Newsletter – die wichtigsten Fachbegriffe
Tipps von E-Mail-Marketing-Spezialistin Yvonne Perdelwitz

Published: 15.7.2026 | Image: Perdelwitz/Gemini.
E-Mail-Marketing ist ein weites Feld und hat seine eigene Terminologie. Nicht nur die zuständigen Marketing-Mitarbeiter:innen sollten sie genau kennen und ihre Bedeutungen verstehen, sondern auch ihre Kolleg:innen aus den zuliefernden Bereichen, zum Beispiel aus dem Content-Management. E-Mail-Spezialistin Yvonne Perdelwitz erläutert die wichtigsten Begriffe, mit denen E-Mail-Marketer in ihrem Metier zu tun haben.
Sicherheit
SPF (Sender Policy Framework)
Ein Schutzmechanismus gegen Spam.
SPF ist eine Art „Whitelist“, die besagt, dass nur bestimmte Server (z. B. von deinem E-Mail-Dienst) E-Mails in deinem Namen senden dürfen.
SPF hilft, deine E-Mails davor zu schützen, als Spam markiert zu werden oder von anderen missbraucht zu werden. Außerdem kommt man ohne den Eintrag oft gar nicht mehr durch Posteingangsfilter.
DKIM (DomainKeys Identified Mail)
Versieht E-Mails mit einer digitalen Signatur.
Die DKIM-Signatur zeigt, dass die E-Mail tatsächlich von der angegebenen Quelle stammt und nicht unterwegs verändert wurde.
DKIM hilft, die Authentizität deiner E-Mails zu überprüfen und macht es schwieriger für Spammer, sich als dich auszugeben. Deshalb ist sie auch inzwischen ein Must-have, um überhaupt in die Inboxen der Empfänger durchgelassen zu werden.
DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting & Conformance)
Weist die Eingangsserver an, wie sie mit E-Mails umgehen sollen, die entweder nicht den SPF- oder DKIM-Standards entsprechen.
Dieser weitere Schutzmechanismus hilft in erster Linie dabei, deine E-Mails vor Missbrauch zu schützen und sorgt dafür, dass du benachrichtigt wirst, wenn etwas nicht stimmt.
Warum es wichtig ist: Wer bei Massenversand keinen DMARC-Eintrag angibt, wird bei Gmail und Microsoft häufig abgewiesen.
Rechtliche Sphäre
DOI (Double Opt-In)
State of the Art für rechtssichere Anmeldung.
Beim DOI-Verfahren muss jemand, der sich für einen Newsletter oder eine E-Mail-Liste anmelden möchte, zweimal zustimmen. Zuerst gibt er seine E-Mail-Adresse an, daraufhin bekommt er eine Bestätigungsmail mit einem Link, auf den er klicken muss, um seine Anmeldung abzuschließen.
Warum es wichtig ist: Es stellt sicher, dass die Person wirklich selber die E-Mail-Adresse angegeben hat und zustimmt, Nachrichten zu erhalten. Wichtig ist natürlich, dass alle DOI in einer Datenbank fälschungssicher dokumentiert werden, sonst werden sie bei eventuellen gerichtlichen Auseinandersetzungen nichts bringen.
DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung)
EU-Gesetz, das den Schutz personenbezogener Daten regelt.
Die DSGVO verlangt, dass Unternehmen die Einwilligung der Nutzer einholen, bevor sie deren Daten sammeln, und dass die Nutzer Einblick haben, was über sie gespeichert wird.
Warum es wichtig ist: Die DSGVO hat enorme Auswirkungen auf das E-Mail-Marketing, da du sicherstellen musst, dass du die Daten deiner Abonnenten auf rechtmäßige Weise sammelst und verwaltest.
Performance
CTA (Call-to-Action)
Der Aufruf zum Handeln.
Oft dreht sich ein Mailing ja nur um genau diesen einen Punkt: Klick hier, komm auf die Webseite und kaufe mein Produkt. Ob Button oder Link – der Leser wird im CTA aufgefordert, eine Aktion auszuführen, wie „Jetzt kaufen“ oder „Mehr erfahren“.
Ein funktionierender CTA lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers und führt zu mehr Interaktion und Konversionen.
A/B-Testing
Variantentesting.
Das Testen von Variante A und B einer E-Mail (z. B. verschiedene Betreffzeilen oder CTA-Buttons) dient einfach dazu, herauszufinden, welche besser funktioniert.
A/B-Tests helfen nicht nur, objektive Daten zu sammeln und seinen Verteiler kennenzulernen, sondern lassen sich auch so einstellen, dass nach dem Testen mit einer kleinen Auswahl des Verteilers direkt nur noch die besser performende Variante an den großen Rest der Empfänger geschickt wird.
Open Rate
Öffnungsrate.
Die Öffnungsrate ist der ungefähre Prozentsatz der Empfänger, die deine E-Mail geöffnet haben. Ungefähr deshalb, weil nicht alle Empfängerprogramme beim Zählen mitmachen (Plain-Text-Varianten, HTML-Nutzung ohne Herunterladen des Zählpixels, Apple Mail Privacy).
Die Öffnungsrate gibt eine grobe erste Vorstellung davon, wie gut ein Betreff und Preheader, aber auch Versandzeiten funktionieren. Auch wenn sie nicht 100 % exakt sein kann, beobachtet man sie unbedingt im Verlauf seiner E-Mail-Kampagnen. Denn innerhalb eines Verteilers wird sich das „Zählverhalten“ der Öffnungen nicht dauernd ändern.
Click Rate
Klickrate.
Die Klickrate ist der Prozentsatz der Empfänger, die auf einen Link oder CTA in deiner E-Mail geklickt haben.
Die Klickrate ist DER Indikator dafür, wie gut der Inhalt deiner E-Mail und der CTA die Empfänger zum Handeln anregen.
EMM-Ohrwürmer
Bounce
Wenn der Verteiler nicht „sauber“ ist.
Ein Bounce „passiert“, wenn eine E-Mail nicht zugestellt werden kann. Es gibt zwei Arten von Bounces: Hard Bounce (E-Mail-Adresse existiert nicht) und Soft Bounce (vorübergehendes Problem, z. B. Postfach voll).
Zu viele Bounces können deine Zustellbarkeit beeinträchtigen und auf ein Problem mit deiner E-Mail-Liste hinweisen.
Accessibility
Barrierefreiheit.
Auch im E-Mail-Marketing gewinnen Maßnahmen an Bedeutung, um E-Mails für alle zugänglich zu machen, einschließlich Menschen mit Behinderungen. Zum Beispiel durch klare, einfache Sprache, gut lesbare Schriftarten oder Textalternativen für Bilder.
Warum es wichtig ist: Es stellt sicher, dass niemand ausgeschlossen wird und jeder deine E-Mail verstehen kann. Außerdem ist es für manche Unternehmen auch gesetzlich vorgeschrieben.
Trigger
Eine automatische Reaktion auf ein bestimmtes Ereignis.
Im Zeitalter der Marketing-Automation können E-Mails dann automatisch und inhaltlich aktuell sowie individuell angepasst gesendet werden, wenn etwas Bestimmtes passiert, jemand zum Beispiel seinen Warenkorb im Onlineshop ohne Kauf verlässt (Abandoned Cart).
Trigger-Mails helfen dabei, zu bestimmten Zeiten mit den richtigen Nachrichten in Kontakt zu treten und so Verkäufe oder Engagement zu steigern.

Yvonne Perdelwitz (LinkedIn-Profilseite) ist Geschäftsführerin des von ihr 2004 gegründeten E-Mail-Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens postina.net.
Ihre Laufbahn begann die graduierte Historikerin und Romanistin im Marketing von Heidelberger Druckmaschinen.
Dieser Artikel ist Teil des Channels Digital Publishing Technologien, der sich mit Content-Strategien und Prozessen beschäftigt. Der Channel wird gesponsert von Fabasoft Xpublisher.
